Daytrading in elf Schritten: der Ablauf
Beim Daytrading werden Positionen am selben Tag eröffnet und geschlossen, nichts geht über Nacht. Der Ablauf unten ist ein Fließband: Jeder Schritt gibt dem nächsten seine Zahlen weiter, so bleibt jede Zahl nachprüfbar. Er folgt dem frei verfügbaren „Day Trader Skill“ of Jake Schincariol (MIT-Lizenz).
Important: Die meisten Daytrader verlieren Geld. Dieser Artikel erklärt einen Ablauf, er empfiehlt keinen Trade und ist keine Anlageberatung.
Die neun Schritte eines Trades
| # | Schritt | Frage | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| 1 | Scanner | Welche Aktien brechen gerade aus? | eine Titelliste, du wählst einen |
| 2 | News | Gibt es Nachrichten, die das erklären? | Einschätzung: Hinweis, kein Fakt |
| 3 | Entry | Wann genau ist der Einstieg ausgelöst? | WAITING oder TRIGGERED |
| 4 | Exit | Wo sind Stop und Target, was ist 1R? | Stop, Ziel, Risiko je Aktie |
| 5 | Time Machine | Wie wahrscheinlich ist das Ziel vor dem Stop? | Quoten und ein ehrliches Urteil |
| 6 | Budget | Wie viele Aktien passen in mein Limit? | ganze Stückzahl |
| 7 | Risk | Verletzt die Order eine meiner Regeln? | PASS oder WARNUNG |
| 8 | Broker | Wie lautet das Ticket? | Klartext-Ticket, du erteilst die Order selbst |
| 9 | Alerts | Hat Stop, Ziel oder Handelsschluss ausgelöst? | Alarm, einmal je Ereignis |
Dazu kommen zwei Recherche-Schritte neben der Kette: die Quartalszahlen eines Unternehmens aus den SEC-Berichten (10) und die Meldungen der Kongressmitglieder (11). Sie sind ein Anlass, einen Chart anzusehen, kein Signal.
Warum diese Reihenfolge?
- Stop und Ziel kommen vor dem Einstieg. Wer den Ausstieg erst plant, wenn die Position läuft, plant unter Druck.
- Die Stückzahl folgt aus dem Risiko, nicht umgekehrt. Erst steht fest, wie viel du höchstens verlieren willst (zum Beispiel 50 $ je Trade), dann ergibt sich aus dem Abstand zum Stop, wie viele Aktien passen.
- Der Risk-Check steht zwischen Plan und Broker. Verletzt die Order eine Regel, warnt die Seite (WARNUNG), sperrt aber nichts: Du änderst die Order (weniger Aktien, näherer Stop) oder lässt den Trade aus. Dein Limit änderst du nicht, um durchzukommen.
Die wichtigsten Begriffe
- Opening Range: Hoch und Tief der ersten 15 Minuten nach Börsenöffnung. Schließt eine fertige 5-Minuten-Kerze darüber, ist das ein Ausbruch (ORB).
- R: dein Risiko je Aktie (Entry minus Stop). Ein Target bei „1R“ liegt genauso weit über dem Entry, wie der Stop darunter liegt; Ergebnisse werden oft in R gemessen.
- Flat by close: Die Position wird kurz vor Börsenschluss geschlossen, egal ob mit Gewinn oder Verlust.
Was die Quoten der Time Machine bedeuten
Die Time Machine spielt den Resttag 10.000-mal durch, jede Kerze gezogen aus den eigenen Kerzen der Aktie zur selben Tageszeit der letzten 60 days, und dieselbe Regel auf jeder echten vergangenen Sitzung. Heraus kommen drei Anteile: Target zuerst, Stop zuerst, weder noch. „Fast ein Münzwurf“ ist bei 1R das häufigste Urteil. Das ist eine Simulation, keine Prognose: Sie kennt keine Zahlen-Überraschung und keinen Handelsstopp. Ein Beispiel dazu zeigt der nächste Artikel.
Grenzen
- Ein Stop ist ein Plan, keine Garantie. In schnellen Märkten oder über Kurslücken füllt er schlechter.
- Gebühren, Spreads und Steuern sind in den Beispielen nicht berücksichtigt; Gewinne aus kurzen Trades sind steuerlich kurzfristig.
- Die Daten sind kostenlos und inoffiziell (Yahoo Finance kann verzögern oder drosseln). Wichtiges beim Broker gegenprüfen.
- Die Seite sendet nie eine Order. Das Ticket übernimmst du selbst bei deinem Broker, am besten zuerst in einem Paper-Konto.
Wo du das ausprobierst
Die Seite Daytrading führt durch alle elf Schritte, für US-Aktien und für europäische Titel (Zugang mit Anmeldung). Ein durchgerechnetes Beispiel mit drei Ausgängen steht im Artikel Ein Lauf, drei Ausgänge.
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