DEEN
Stock
Methodik

So entsteht der Score

Eine Zahl, ein Pfeil, eine Ampel: das ist schnell zu lesen und leicht zu überschätzen. Hier steht, was dahintersteckt, was die Anzeigen können und wo sie aufhören. Alles ist Rückblick und Einordnung, keine Prognose und keine Anlageberatung.

Überblick: vier Anzeigen, vier Fragen

traffic lightIs the timing right?

Widersprechen sich die Belege?

arrowWie viele Kriterien?

Qualität des Titels, ja/nein je Kriterium.

B-ScoreWie Buffett?

Passt das Unternehmen zu sechs Qualitätsmaßstäben?

RateWie groß die Chance?

Statistische Schätzung, den Markt zu schlagen.

Dazu kommt die Grade (−100 bis +100): sie fasst die Einzelbausteine eines Titels zusammen. Qualität (Pfeil) und Zeitpunkt (Ampel) bleiben getrennt, damit jede Zahl für sich erklärbar bleibt.

Die Ampel: Zeitpunkt und Widerspruchsfreiheit

Zwei Schichten müssen zusammenpassen. Die langsame Schicht ist ein Stufenmodell auf zwei Jahren Kurshistorie; sie bestimmt die Richtung (Long oder Short). Die schnelle Schicht prüft tagesaktuell das Momentum (MACD, 50-days-Linie, RSI 50).

  • GRÜN: beide zeigen in dieselbe Richtung, das Setup ist nicht dünn und die Bewegung ist noch nicht weit gelaufen.
  • GELB: eine Warnung. Die schnelle Schicht widerspricht, oder das Setup ist nur dünn, oder die Bewegung läuft schon länger.
  • ROT: die Schichten widersprechen sich deutlich, der Screener zeigt nicht in diese Richtung, oder das Setup ist schwach.
  • GRAU: es fehlen Daten für die Prüfung.

Was die Ampel nicht ist: kein Kaufsignal. Sie misst, ob sich die Belege widersprechen, nicht, wie die Aussichten sind. Ob ein frischer Wendepunkt der schnellen Schicht etwas über den Ausgang aussagt, haben wir an 97 Trades geprüft: nicht belegt.

Der Pfeil: fünf Ja/Nein-Kriterien

Für eine Long-Karte zählt der Pfeil, wie viele dieser Kriterien erfüllt sind. Short-Karten sind gespiegelt.

Kriterium (Long)Erfüllt, wenn
Fundamentalsmindestens 4 of 8 Punkten
ValuationNote mindestens +15 („Trägt mit Abstrichen“)
Gegen den Marktder Titel lag vor dem MSCI World
Price targetAnalystenkursziel über dem Kurs
InsidersNettokäufe der Führungskräfte

All fünf erfüllt: Pfeil steil nach oben. Je weniger, desto weiter dreht er nach rechts unten. Fehlende Daten zählen als nicht erfüllt. Die Farbe ist nie besser als die Ampel. Mit Konto können Marktanalyse und Markt Impact als weitere Kriterien dazukommen.

Grenze: Der Pfeil ist nicht zurückgerechnet. Er zählt Kriterien, er misst nicht, ob Titel mit 5/5 später besser laufen.

Die Note: viele Bausteine, ein Wert

Die Note fasst Bausteine zusammen, unter anderem Substanz, relative Stärke gegen den Markt, B-Score, Kurstrend, Reifegrad der Bewegung, Gegenwind, Platz nach oben, Schutz durch Zonen, Verlauf sowie (mit Konto) Marktanalyse, Markt Impact und Chartanalyse. Die Bausteine zählen nicht gleich viel. Fehlt ein Baustein, wird mit dem Rest gerechnet; liegt weniger als 60 % der Bewertungsgrundlage vor, gibt es keine Note, sondern „k.A.“ (keine geratene Zahl).

Die Gewichte wurden an Kursdaten bis 2022 ausgewählt. Ob sie in Zukunft tragen, prüft ein Vorwärtstest, der am 25 Oct 2026 vorab festgelegt wurde und im Track Record des Dashboards öffentlich mitläuft.

Grenze: Wer Gewichte an alten Daten auswählt, findet fast immer etwas, das im Rückblick gut aussieht. Deshalb gilt der Rückblick nicht als Beweis. Beweisen kann nur der Vorwärtstest.

B-Score: sechs Kriterien nach Warren Buffett

Sechs Kriterien mit je 1 bis 10 Punkten, gemittelt zu einem Wert of 0 bis 10: Kompetenzkreis, Burggraben (Margen), Management (Rückkäufe, Insider, Schulden), Kapitalrendite, Margin of Safety (Kurs gegen inneren Wert) und Langfristigkeit. Der B-Score ist einer der Bausteine der Note.

Grenzen: Kompetenzkreis und Management lassen sich aus Zahlen nur grob abbilden. Es liegt nur der letzte Stand vor, keine Mehrjahresreihe: „stabil über Jahre“ lässt sich nicht prüfen, nur „heute hoch“. Die Schwellen sind Annahmen, keine Messung. Banken, Versicherer und Immobilien werden bei Marge und Verschuldung nicht fair erfasst. Der B-Score bildet Buffetts Kriterien ab, er sagt keine Kursentwicklung voraus.

Quote: eine Schätzung mit Haken

Die Quote schätzt, wie groß die Chance ist, dass ein Titel den MSCI World über die nächsten drei Jahre schlägt. Das Modell nutzt die Branchengruppe, die Rendite der letzten drei Jahre, den Kursanstieg der letzten sechs Monate und die Schwankung. Es wurde an gut tausend Titeln gerechnet, bei denen der Dreijahreszeitraum schon vorbei war.

Grenzen: Die Branchengruppen wurden nach Ansicht derselben Daten gebildet, die echte Quote liegt deshalb niedriger als die Trefferquote im Modell. Die Titelliste besteht aus heutigen Indexmitgliedern (Survivorship Bias, siehe unten). Es ist eine Näherung aus historischen Daten, keine Prognose. Fehlt eine Eingabe, steht „k.A.“ mit Grund.

Die Quote ist eine Zusatzanzeige und geht nicht in die Note ein; der B-Score dagegen ist einer der Bausteine der Note.

Berechnetes Kursziel: eine Rechnung, keine Prognose

In „Meine Positionen“ bekommt jede hochgeladene Position ein berechnetes Kursziel: Kurs ± 3 ATR (Long nach oben, Short nach unten), einmal beim ersten Anblick festgehalten. Es wandert nicht mit dem Kurs; „neu berechnen“ setzt es auf den heutigen Stand. Mit dem Analystenkursziel hat es nichts zu tun.

The Wahrscheinlichkeit sagt, wie oft ein Kurs mit der Schwankung dieses Titels das Ziel innerhalb of 30, 60 oder 90 days mindestens einmal berührt (Spiegelungsprinzip, ohne Trend). Die Tagesschwankung ist ATR ÷ 1,35; der Faktor wurde so gewählt, dass das Modell die gemessene Haltedauer der Ampel-Signale trifft (Median rund 28 days). Die Spanne in Klammern rechnet mit Faktor 1,15 und 1,6; alle Werte sind auf 5 % gerundet. „Mittel ca. N days“ ist der Zeitpunkt, an dem die Chance 50 % erreicht.

Grenzen: Das Modell kennt weder Nachrichten noch Quartalszahlen noch Trends; Kurssprünge über Nacht sind häufiger, als es annimmt. Für Short-Positionen ist es nur gerechnet, nicht gemessen. Die Zahl ist eine Größenordnung, kein Versprechen, und kein Kauf- oder Verkaufssignal. Auf Wunsch kommt eine E-Mail, sobald das Ziel erreicht ist (einmal je Ziel).

Datenlücken: k.A. statt Schätzung

Fehlt ein Wert, zeigen wir „k.A.“ und nicht eine geratene Zahl. Das betrifft vor allem Titel ohne Analystenabdeckung, ohne Fundamentaldaten bei Yahoo oder mit kurzer Kurshistorie. Insiderdaten gibt es für US-Titel (SEC) und für Deutschland, Schweden und die Niederlande (BaFin, FI, AFM). Für andere Länder steht „keine Daten“. Ein Titel mit vielen Lücken kann deshalb eine Ampel oder einen Pfeil haben, die auf weniger Belegen beruhen als bei einem anderen Titel.

Grenzen: was wir nicht können

  • Survivorship Bias: Die Titelliste besteht aus den heutigen Mitgliedern der Indizes. Wer abgestiegen, übernommen oder insolvent ist, fehlt. Rückblicke und Trefferquoten fallen dadurch eher zu gut aus.
  • Datenlücken und Datenfehler: Kurse und Kennzahlen stammen of Drittanbietern; sie können falsch oder verspätet sein.
  • Überlappende Beobachtungen: Wochenstände desselben Titels sind nicht unabhängig, die Trefferquoten im Track Record wirken dadurch sicherer, als sie sind.
  • Kosten, Steuern, Währung: Das hypothetische Depot im Track Record rechnet ohne Kosten, Steuern und Währungseffekt. Der Vorwärtstest rechnet mit Kosten, aber ohne Steuern.
  • Vergangenheit: Jede Auswertung ist Rückblick. Märkte ändern sich.

Wie wir prüfen

AnzeigeGeprüft?Wie
traffic lightyesTrack Record im Dashboard: Trefferquote nach 1, 3 und 6 Monaten, mit Fehlsignalen
GradeteilweiseBausteine im Rückblick getestet; Vorwärtstest läuft
arrownozählt Kriterien, nicht zurückgerechnet
B-Scorenobildet Buffetts Kriterien ab, keine Prognose
Ratenur im Modellan historischen Daten gerechnet, optimistisch

Dazu läuft ein hypothetisches Depot gegen den MSCI World. Alles ist öffentlich, auch wenn es schlecht aussieht. Die Auswertungen stehen im Dashboard unter „Track Record der Ampel“.

Was wir nicht veröffentlichen

Die abschließende Gewichtung der Bausteine in der Note und die Koeffizienten der Quote bleiben unser Betriebsgeheimnis. Alles andere auf dieser Seite, also Bausteine, Kriterien, Schwellen, Grenzen und Prüfungen, ist offengelegt.

Stand der Methodik: 25 Oct 2026 · Rückblick, keine Prognose und keine Anlageberatung.